Mikroskope sind ein in Laboren häufig anzutreffendes Gerät. Ein Mikroskop ist aber nicht gleich Mikroskop. So gibt es viele verschiedene Ausführungen, die alle etwas anders und/oder für einen anderen Zweck gebaut wurden. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Mit ihnen lassen sich sehr kleine Strukturen vergrößern, betrachten und abbilden.

Eine besondere Ausführung unter den Mikroskopen ist das Stereomikroskop. Dieses gehört in die Kategorie der Lichtmikroskope, da die Probe beziehungsweise das betrachtete Objekt durch eine Lichtquelle entweder von oben oder von oben oder auch von oben und unten beleuchtet wird. Es verfügt über zwei Okulareinblicke, durch welche die Probe betrachtet werden kann. Das Besondere an einem Stereomikroskop ist, dass für beide Augen ein separater Strahlengang erzeugt wird. Es werden durch zwei kleine Optiken zwei Strahlengänge erzeugt, die leicht gegeneinander geneigt  sind. Durch diesen Aufbau wird ein räumlicher Seheindruck erzielt.

Das Stereomikroskop ist aber klar von normalen Lichtmikroskopen mit zwei Einblicken zu unterscheiden. Bei einem normalen Lichtmikroskop, auch Binokular genannt, wird nämlich lediglich ein Strahlengang erzeugt. Dieser wird dann durch einen Strahlteiler auf die beiden Okulare gelenkt. Dadurch kann die Probe dann zwar mit beiden Augen betrachtet werden, was auf Dauer angenehmer ist, allerdings entsteht kein räumlicher Seheindruck.

Der Winkel in dem die beiden Strahlengänge zueinander geneigt sind, liegt in der Regel zwischen 11 bis 16 Grad. Dieser Winkel ist dabei genau dem Auge angepasst. Wird nämlich ein Objekt innerhalb der deutlichen Sehweite des Auges betrachtet, was einer Entfernung von ungefähr 25 cm entspricht, dann laufen die Blickachsen der Augen nämlich nicht mehr parallel nebeneinander, sondern sind auch in einen Winkel zwischen 11 und 16 Grad zueinander geneigt.

Bei einem Stereomikroskop kann dann in zwei unterschiedliche Varianten unterschieden werden. Das Greenough-Typ Stereomikroskop ist dabei der früher entwickelte Aufbau, welcher aus dem Jahr 1892 stammt. Der Abbe-Typ wurde dagegen erst 1936 entwickelt und ist mittlerweile die häufiger umgesetzte Variante. Die beiden Typen unterscheiden sich darin, wie die zwei Strahlengänge entstehen. Bei der erst genannten Variante des Stereomikroskop werden die beiden Strahlengänge auch mechanisch unabhängig voneinander realisiert. Für jeden Strahlengang wird ein eigenes Objektiv genutzt. Die Objektive befinden sich allerdings in einer Fassung und sind in einem entsprechenden Winkel geneigt. Bei dem Abbe-Typ werden dagegen beide Strahlengänge durch ein großes Objektiv erzeugt. Der Winkel zwischen den Strahlengängen wird dadurch realisiert, dass direkt hinter dem Objektiv Blenden angebracht sind, die nur die Randstrahlen durchlassen, die in dem gewünschten Winkel durch das Objektiv gelangen.

Die Vorteil des Stereomikroskop mit dem Abbe-Aufbau sind, dass zusätzliche Elemente wie Beleuchtungseinrichtungen leichter angebracht werden können, es gibt einen konstanten Arbeitsabstand und die Vergrößerung kann leichter variiert werden. Dagegen steht dann allerdings, dass es deutlich teurer ist und es eine minimal schlechtere Abbildung liefert.

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